Tiere sind ein Segen!

13. Sonntag nach Trinitatis

Von Pfarrerin Vera Rudolph
Evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Lützel

Vor 800 Jahren starb Franz von Assisi. Obwohl er nur etwa 45 Jahre alt wurde, hat sein Leben und Wirken bis heute große Strahlkraft. Franz von Assisi war ein Brückenbauer zwischen Kulturen und Religionen und der Schöpfung tief verbunden. Seine Liebe und Zuwendung galt Menschen, Tieren und der Natur; seine Predigten und sein Leben erzählen von Liebe, Frieden und Versöhnung. Unsere katholischen Geschwister im Pastoralen Raum Koblenz feiern dieses Jahr sein Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen.

Bei einem ökumenischen Gottesdienst mit Tiersegnung treten auch wir Evangelischen in Erscheinung: Geplant ist, dass alle, die möchten, am 30. August um 15:00 Uhr im Paradiesgarten neben St. Kastor mit ihrem Haustier am Segensgottesdienst teilnehmen können. Unserer evangelischen Tradition ist die Tiersegnung fremd.

„Hat es Sinn, einen Hund zu segnen?“, fragen wir, „Er hat doch gar keine Vorstellung von Gott.“

Doch unser Leben ist eng verbunden mit dem von Tieren. Wir stehen in vielen Beziehungen zueinander – die besonders im Umgang mit Nutztieren leider oft nicht gut sind. Diese Problematik muss immer wieder diskutiert und hoffentlich zum Besseren gewendet werden. Die Bibel erzählt, dass Tiere wie Menschen Geschöpfe Gottes sind. Das gibt ihnen Würde. Wer Hund, Katze oder Wellensittich zum Lebensbegleiter hat, kann sicher bestätigen: Tiere sind ein Segen. In diesem Sinne segnen wir Tiere: Sie sind Gottes Geschöpfe mit eigener Würde. Wir danken Gott, dass es sie gibt und bitten, dass unser Zusammenleben mit ihnen von Glück erfüllt wird. Gleichzeitig hinterfragen wir auch unseren Umgang mit Nutztieren. Ich freue mich auf den gemeinsamen Gottesdienst, auf Begegnungen mit Mensch und Tier – kommen Sie doch einfach auch vorbei!