Zwischen Flipchart, Tauffest und Moselwasser

Okuli

Von Pfarrerin Marina Brilmayer
Ev. Kirchengemeinde Koblenz-Mitte

Es gibt Sitzungen, da geht es um Haushaltszahlen – und dann gibt es welche, da stehen Kuchenlisten, Liederwünsche und die Frage im Mittelpunkt, ob es mehr Sinn macht, T-Shirts oder Cappies mit Logo zu bedrucken.

Derzeit planen wir mit insgesamt 7 evangelischen Kirchengemeinden ein gemeinsames Tauffest – nicht in der Kirche, am Strand: Am Stattstrand in Koblenz-Metternich.

Und während wir Termine abstimmen, Rettungsdienste und Technik organisieren, wird mir neu bewusst: Kirche lebt von Vorbereitung – aber sie lebt noch mehr von Verheißung.

Ein Tauffest plant man nicht „mal eben“. Wer bringt eine gute Mikrofonanlage mit? Singen wir wirklich „Ins Wasser fällt ein Stein“, weil es zum Ort passt – oder doch nur moderne Lieder? Welche anderen Aktionen gibt es für die Kinder auf dem Fest? Und was passiert, wenn ein Sommergewitter über die Mosel zieht?

All diese Fragen sind wichtig. Planung ist Ausdruck von Wertschätzung. Wir bereiten etwas vor, weil es uns kostbar ist. Und doch bleibt die Taufe selbst ein Geschenk, das sich nicht durchorganisieren lässt.

In der Taufe erinnern wir uns an das, was Gott längst geplant hat: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Vielleicht berührt mich das gerade deshalb so sehr, weil wir in unseren Vorbereitungen manchmal das Gefühl haben, dass wir an alles gedacht haben müssen. Aber eigentlich wissen wir es ja: Es kommt doch anders als man denkt – damit umgehen können und kritisch reflektieren im Nachhinein ist die halbe Miete.

Die Taufe erzählt eine ganz andere Geschichte. Sie sagt: Am Anfang steht nicht unsere Leistung, sondern Gottes Liebe. Ein Tropfen Wasser genügt, um Gottes Liebe für diesen kleinen oder großen Menschen sichtbar zu machen – ob in einer altehrwürdigen Kirche oder barfuß im Sand an der Mosel.

Wenn wir also unser Tauffest planen, dann planen wir eigentlich ein Fest der Erinnerung: Dass Gott längst „Ja“ gesagt hat – zu jedem Täufling, zu jeder Familie, zu uns allen.

Und hoffentlich ist es genau das, was zwischen Kuchenspenden und Aufbauplänen hindurchklingt: Unser Leben ist mehr als das, was wir organisieren. Es ist gehalten von einer Zusage, die größer ist als unsere Planung: Du bist gewollt. Du bist getragen. Du bist gesegnet. Und an alle: Anmeldungen sind jetzt offen!

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