Wenn Du treu Deinen Zehnten gibst

Von Pfarrer Burkhard Leh

Von Pfarrer Burkhard Leh,
Pfarrer der Evangelischen Studierendengemeinde Koblenz

 

Sie werden diese Briefe vermutlich auch bekommen, das ist normal in der Adventszeit: von Brot-für-die-Welt, Misereor, Ärzte ohne Grenzen…  Alle hoffen auf die adventlich motivierte Hilfsbereitschaft, alle sind auf Zuwendungen angewiesen.

Da hat mich eine Meldung der letzten Tage beunruhigt. Das Gesamtvolumen der Spenden in Deutschland ist zwar etwas besser als im Vorjahr, aber die Zahl der Geber ist zurückgegangen. Ich stelle mit leichter Beschämung fest, dass ich zum Rückgang beigetragen habe. Andere, wichtige Finanzierungsaufgaben sind dazwischen gekommen. Und die Steuertricksereien vieler Firmen haben mich auch beeinflusst: Warum sollte ich mir kleine Annehmlichkeiten verkneifen, wenn sich die Großen die Milliarden in die Taschen stopfen?

So und mit ähnlichen Argumenten lässt sich einsichtig Zurückhaltung beim Spenden begründen. Klar, wenn eine besondere Katastrophe geschieht, werde ich was geben, wenn dann was über ist.  Denn das habe ich bei mir auch schon erlebt: Da kommt der Sammelbeutel im Gottesdienst zu mir, im Portemonnaie ist nur ein Schein, leider nur ein recht großer;  also heute mal nichts von mir.

Der Prophet weist einen guten Weg: nicht Mildtätigkeit nach Kassenlage, bei stimmigem Kleingeld. Sondern eine verkraftbare geplante Unterstützung für Notleidende. Zum Beispiel so: Alle Ausgaben für den Konsum im Advent werden aufgeschrieben, Lebensmittel, Benzin usw.,  und summiert.  Am 24. kommt dann der zehnte Teil davon als Spende in den Klingelbeutel.  Vermutlich werde ich etwas sparsamer sein als sonst im Advent. Unterm Strich werde ich so nicht mehr ausgeben als früher. Aber eben nicht alles für mich. Brot-für-die Welt braucht das Geld.

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