Sommerloch
6. Sonntag nach Trinitatis
Am Anfang ihrer Ferien fallen viele erstmal in ein Loch: von der Hektik des Arbeits- und Familienalltags, den vielen beruflichen und privaten Terminen in den Erholungsmodus zu wechseln, ist nicht so einfach.
Traditionell bezeichnet das ´Sommerloch` die nachrichtenarme Urlaubszeit, die Zeit der parlamentarischen Sommerpause, in der politische Entscheidungen weitgehend ausbleiben, genauso wie auch kulturelle Großereignisse, Preisverleihungen, Kinopremieren und ähnliches.
Um dieses Loch zu stopfen, widmen sich Zeitungen und Nachrichtenportale dann eher nebensächlichen, manchmal auch seltsamen Inhalten: früher waren das regelmäßig Sichtungen des Ungeheuers aus Loch Ness, heute tun es auch Spekulationen über die Hochzeit einer Pop- Ikone.
Um ihr persönliches Sommerloch zu stopfen, greifen manche zu ähnlichen Strategien und verplanen ihre Ferien komplett mit Aktivitäten, die ihnen normalerweise nicht in den Sinn kämen, füllen die freie Zeit mit Aktivitäten, Unternehmungen und Erlebnissen, sodass „garantiert keine Langeweile aufkommt“, wie Reiseveranstalter gerne versprechen.
Dabei ist Langeweile doch eine wichtige Voraussetzung für Kreativität - und könnte es nicht auch mal guttun, wenn die Zeit still steht statt zu rasen und ein Termin den nächsten jagt?
Zur Ruhe kommen, Zeit haben für sich, für andere, für Gott: in so einem ´Sommerloch` passiert vielleicht nicht viel, aber dafür Wesentliches.
