Sommerblues

8. Sonntag nach Trinitatis

Von Pastor Dirk Cehak
Freie Evangelische Gemeinde Koblenz

Manch einer kennt ihn oder hat schon mal von ihm gehört. Andere haben ihn selbst erlebt. Die Rede ist vom Sommerblues. Der Sommerblues ist ein Stimmungstief, das in der warmen Jahreszeit auftritt. Daher sein Name. Obwohl die meisten Menschen den Sommer mit Ferien und Freizeit, Licht und Wärme und Draußen-, und Unterwegssein verbinden, erleben manche die Sommermonate auch mal anders: Man leidet unter der Hitze, wird antriebslos oder gereizt, fühlt sich müde oder leer. Manchen fehlt auch die Struktur des gewohnten Alltags. Der Sommerblues ist damit die kleine Schwester zur Winterdepression, die das halbe Jahr später auftritt.

Trotzdem auch ist auch der Sommerblues unschön. Er könnte aber eine Einladung sein, mal genauer hinzuschauen. Johannes vom Kreuz (1542-1591), ein spanischer Karmelit und Mystiker, sprach einmal über die dunkle Nacht der Seele. Eine Phase der inneren Leere, die zugleich aber eine Einladung ist, nach Gott zu suchen. Wenn mich also der Blues trifft, ich meine eigene Schwere oder Trägheit erlebe, dann kann ich auch das als Anlass nehmen, nach Gott zu fragen und ihn zu suchen. Denn Gott wohnt nicht nur im Licht, sondern er ist auch im Dunkeln zu Hause (1. Könige 8,12).

Dieses Ein Stimmungstief kann also auch ein Wegbereiter zu Gott sein.
Aus dem Blues kann wieder ein Gospel werden. Vielleicht mit einem Gebet oder Gedanken, wie es Psalm 42,6 beschreibt:

“Was bist du so bedrückt, meine Seele? Warum bist du so aufgewühlt? Halte doch Ausschau nach Gott! Denn bald werde ich ihm wieder danken“.

Wenn uns daher alles mal wieder öde vorkommt, wir uns leer und freudlos fühlen, ist dieser Blues eine gute Vorrausetzung für den nächsten Schritt. Denn allen Stimmungsschwankungen zum Trotz, gibt Gott uns nicht auf. Wir dürfen auch mit diesen Verstimmungen bei ihm einkehren.

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