Organspende – Ein Geschenk der Liebe

1. Sonntag nach Trinitatis

Von Pfarrerin Anja Sens-Thalau
Evangelische Klinikseelsorge Koblenz
 

Die Debatte um die Widerspruchslösung bei der Organspende bewegt derzeit viele Herzen. Als Klinikpfarrerin erlebe ich täglich, wie wertvoll und zerbrechlich das Leben ist – und wie sehr Menschen auf die Solidarität anderer angewiesen sind.

"Niemand hat größere Liebe, als wer sein Leben einsetzt für seine Freunde" (Johannes 15,13).

Dieses Wort Jesu berührt das Herz der Organspende . Wer nach dem Tod seine Organe schenkt, ermöglicht anderen Menschen ein neues Leben – ein letzter, kostbarer Liebesdienst der weit über mich hinausweist - vom Ich zum Du.

Beide großen Kirchen befürworten grundsätzlich Organspende, betonen aber: Sie muss eine freie Entscheidung bleiben, kein Zwang. Unsere Würde und Selbstbestimmung gelten auch im Sterben.

Die aktuelle Diskussion lädt uns ein, diese Frage nicht zu verdrängen, sondern bewusst zu durchdenken: Möchte ich dieses letzte Geschenk machen?

Vielleicht sprechen Sie mit Ihren Lieben darüber. Egal, wie Sie sich entscheiden – wichtig ist, dass Sie es tun. Denn in dieser bewussten Auseinandersetzung mit unserer Sterblichkeit liegt bereits ein Stück Lebensweisheit: Unser Leben ist kostbar, geliebt von Gott – und vielleicht ein Geschenk, das weiterwirken darf.

 

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