Mit Blick auf morgen – junge Menschen in unruhigen Zeiten

3. Sonntag nach Epiphanias

Von Nico Sossenheimer
Jugendreferent im Ev. Kirchenkreis Koblenz

Kriege, Klimakrise und politische Spannungen prägen die aktuelle Lage. Jugendliche und junge Erwachsene erleben diese Entwicklungen sehr direkt. Genau jetzt, nach der Bundestagswahl 2025 und vor der kommenden Landtagswahl, höre ich oft Sätze wie: „Ich weiß nicht, was ich glauben soll“ oder „Ob meine Stimme wirklich etwas bewirkt?“ Viele fühlen sich verunsichert und gleichzeitig unter Druck, Haltung zu zeigen.

Gerade junge Menschen stehen an wichtigen Weggabelungen: Schulabschluss, Ausbildung, Studium, erste politische Entscheidungen. Gleichzeitig ist der Ton in gesellschaftlichen Debatten rauer geworden. In sozialen Netzwerken scheint alles sofort bewertet zu werden. Zweifel wirken dort schnell wie Schwäche, Nachdenken wie Unentschlossenheit.
Vor Kurzem erzählte mir ein junger Erwachsener, er habe Angst, bei politischen Entscheidungen „das Falsche“ zu tun. Diese Sorge zeigt: Gleichgültigkeit ist nicht das Problem. Es fehlt an Orientierung und an Vertrauen, dass eigenes Engagement zählt.

Der christliche Glaube setzt hier einen anderen Akzent. Die Jahreslosung der EKD für 2026 lautet: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5). Dieser Satz ist keine Vertröstung, sondern eine Zusage. Gott nimmt die Brüche dieser Welt ernst und bleibt dennoch nicht beim Alten stehen.

Für junge Menschen kann diese Hoffnung Kraft geben. Christlicher Glaube bedeutet nicht, einfache Antworten zu liefern. Er ermutigt, Verantwortung zu übernehmen, kritisch zu prüfen und sich für Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit einzusetzen – im Vertrauen darauf, dass Veränderung möglich ist.

Vielleicht beginnt Zukunft genau dort, wo junge Menschen spüren: Meine Stimme zählt. Und Gott geht mit. Gerade jetzt braucht es Mut!

 

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