Keine Angst vor Veränderung

Reformationsfest / 22. Sonntag nach Trinitatis

Von Ute Lohmann
Schulpfarrerin an der BBS Wirtschaft Koblenz

Es wird am Samstag die Reformation gefeiert und das nun schon seit über 500 Jahren. Ob noch viele Menschen wissen, welche Bedeutung dieser Tag einmal hatte? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, dass viel von Reformen gesprochen wird: Die Renten müssen reformiert werden; das Kranken- und Pflegeversicherungssystem muss reformiert werden; wir hatten den Herbst der Reformen, den Sommer der Reformen; im Bildungssystem sind Reformen ebenso dringend nötig und ich vermute, wenn Sie das lesen, fallen ihnen weitere Bereiche ein, die dringend einer Reform bedürfen. Auch die Kirche wollen wir nicht davon ausnehmen, dass Reformen nötig sind. Wie in all den schon genannten Bereichen haben auch schon zaghaft kleine Reförmchen begonnen. Diese haben es schwer, weil es viel Gegenwind gibt, wir uns nicht so recht trauen und bisher auch gut so gelebt haben. Aber wir spüren auch, so kann es nicht weiter gehen. Aber wie dann? Da kam mir dieser Bibelvers in den Sinn: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim 1,7) Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben: Daher, lassen sie uns nicht ängstlich in die nächste Woche gehen. Wir brauchen uns nicht davor zu fürchten, was in Zukunft alles anders werden muss. Wir dürfen uns Sorgen machen, ja, aber nicht ihnen versinken. Denn Gott hat uns den Geist der Kraft gegeben: Lassen sie uns unsere körperliche Kraft nutzen, um anzupacken, um zu gestalten und anderes entstehen zu lassen. Lassen sie uns unsere geistige Kraft nutzen, um Ideen zu entwickeln, zu prüfen und umzusetzen. Lassen sie uns unsere spirituelle Kraft nutzen, um zu spüren und zu ahnen, dass da einer ist, der uns zutraut, unsere Zukunft gut zu gestalten und der bei uns ist. Zudem hat uns Gott den Geist der Liebe gegeben: Bei all dem, was an Reformen und Veränderungen nötig ist, sollten wir die Liebe nicht vergessen. Gehen wir liebevoll miteinander um, wenn es darum geht Ideen zu hören, Kompromisse auszuhandeln, Notwendiges umzusetzen. Im liebevollen Miteinander können gegensätzliche Positionen ausgehalten werden und man kann Wege finden, die gegangen werden können für eine gemeinsame gute Zukunft. Außerdem hat uns Gott den Geist der Besonnenheit gegeben: Bleiben wir ruhig im Überlegen, handeln wir umsichtig und Verzichten vielleicht auch einmal darauf, uns auf jeden Fall durchzusetzen. So können wir im Geist der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit darauf hoffe, dass uns eine gute Zukunft gelingt, bei der Gott nicht von unserer Seite weicht.

 

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