Endzeitstimmung?

Von Prädikant Dr. Andreas Metzing, Koblenz

Von Prädikant Dr. Andreas Metzing, Koblenz

„Manchmal hat man wirklich den Eindruck, dass es auf das Ende zugeht!“ Dieser Satz meines Nachbarn beschäftigte mich noch lange. Wir hatten uns über die Schreckensmeldungen der letzten Woche unterhalten: das Erdbeben in Marokko und die Überschwemmungen in Libyen, mit Tausenden von Toten. Im August waren bereits die Bilder von den Fluten in Slowenien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei durch die Medien gegangen. Gleichzeitig hatten an vielen Stellen der Welt riesige Waldbrände gewütet.

Es stimmt: Im Sommer 2023 jagte eine Naturkatastrophe die andere. Aber damit noch nicht genug, meinte mein Nachbar, und erinnerte an den russischen Überfall auf die Ukraine 2022, die Flut im Ahrtal 2021 und den Beginn der Corona-Pandemie 2020. Und dann fiel dieser Satz: Manchmal hat man den Eindruck, es geht auf das Ende zu.

Das Gespräch hat mich nachdenklich gemacht. Denn Endzeitgedanken sind in unseren Tagen häufiger zu finden – nicht nur bei der umstrittenen Klimaschutzbewegung, die sich die „Letzte Generation“ nennt, sondern eben auch in solchen Alltagsgesprächen. Als Christ frage ich mich: Welche Antworten auf diese Herausforderungen kann ich im Glauben finden? Die biblische Botschaft sagt mir: Was auch passiert – Gott hält die Welt in seiner Hand. Und in Jesus Christus hat er uns das Versprechen gegeben, bis ans Ende aller Zeiten bei uns zu sein.

Darauf vertraue ich – aber nicht, um die Hände in den Schoß zu legen und die Bedrohungen unseres Planeten durch Klimakrise und Rüstungswahnsinn zu verdrängen oder gar zu leugnen. Sondern ganz im Gegenteil: Der Glaube, dass Gott das Werk seiner Hände nicht fallen lässt, sondern durch die Krisen unserer Zeit mit uns geht, kann Kraft geben, sich nicht von Zukunftsängsten lähmen zu lassen, sondern sich beherzt zu engagieren. Es gibt viele Möglichkeiten, auch im eigenen Lebensumfeld einen Beitrag dazu zu leisten, dass unsere Welt zu einem besseren Ort wird, als sie es derzeit ist – und zugleich aus dem Vertrauen zu leben, dass sie trotz allem bei Gott in guten Händen ist.

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