Einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann!

Lätare

Von Pfarrer Edwin Dedekind
Ev. Kirchengemeinde Bendorf

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in unserer Zeit fühlt es sich manchmal so an, als sei alles aus den Fugen geraten. Wir blicken auf Kriege und Krisen, auf Entwicklungen, die uns erschüttern. Werte, die noch vor einigen Jahren verlässlich und tragfähig schienen, wirken plötzlich brüchig oder verschwunden. Die Bilder, die Nachrichten, all das, was auf uns einstürmt – es fordert uns heraus und lässt uns fragen:

Wie finden wir inmitten dessen noch Ruhe und Frieden?

In solchen Momenten kommt mir ein Vers aus dem Evangelium nach Johannes in den Sinn (Johannes 14,27):

„Ich lasse euch ein Geschenk zurück: meinen Frieden. Einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Deshalb habt keine Angst und lasst euch durch nichts erschrecken.“

„Wie ihn die Welt nicht geben kann“ – das ist ein entscheidender Satz. Der Frieden, den die Welt bietet, hängt oft von äußeren Umständen ab. Er ist zerbrechlich und kann uns schnell wieder genommen werden.

Doch hier wird von einem anderen Frieden gesprochen. Einem Frieden, der nicht von äußeren Ereignissen abhängig ist. Einem Frieden, der uns zugesagt und geschenkt wird.

Für mich bedeutet das, mich auf Gott einzulassen – auf Jesus Christus, der uns gezeigt hat, wie eine tiefe und vertrauensvolle Beziehung zu Gott aussehen kann. In dieser Beziehung dürfen wir das, was uns belastet, abgeben. Wir dürfen unsere Sorgen, unsere Ängste und unsere Fragen in seine Hand legen und ihn bitten, unser Herz mit seinem Frieden zu erfüllen.

Dieser Friede ist kein Aufruf zum Wegsehen. Er bedeutet nicht, dass wir die Augen vor dem Leid der Welt verschließen oder uns aus der Verantwortung ziehen. Im Gegenteil: Wer Frieden im Herzen trägt, kann klarer handeln. Wer innerlich getragen ist, kann mutiger für Gerechtigkeit und Versöhnung eintreten.

Unsere Welt braucht nichts dringender als Menschen, die diesen Frieden in sich tragen – und ihn weitergeben. Menschen, die nicht nur Zuschauer bleiben, sondern im Kleinen wie im Großen zum Frieden beitragen.

Ich wünsche uns allen, dass wir diesen Frieden erfahren – und dass durch uns etwas von ihm sichtbar wird.

Schalom!

 

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