„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

15. Sonntag nach Trinitatis

Von Pfarrer Edwin Dedekind
Evangelische Kirchengemeinde Bendorf

 

Liebe Leserinnen und Leser,

der Bibelvers für den heutigen Sonntag passt sehr gut in unsere gegenwärtige Welt:

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ Petrus 5,7

Sorgen gehören zu unserem Leben. Vielleicht ist es gut, gelegentlich darüber nachzudenken, welche Sorgen uns zurzeit besonders beschäftigen und beeinflussen.

Wenn ich an meine eigenen Sorgen denke, dann bewegt mich die politische Entwicklung: zunehmender Hass und Extremismus. Auch die Zukunft der Kirche und unserer Gemeinde macht mir Gedanken. Und natürlich persönliche Sorgen.

Mit Sorgen sollten wir behutsam umgehen. Sie können unser Leben stark bestimmen und uns sogar gesundheitlich belasten. Wie wir damit umgehen, muss jede und jeder für sich selbst beantworten. Ich kann nur sagen, was mir hilft.

Ich lebe aus der Beziehung zu Gott und habe erfahren, wie wertvoll das in dieser Welt ist. Ich lege alles in Gottes Hände. Manchmal spreche ich mit dem Vater, manchmal mit Jesus, manchmal mit dem Heiligen Geist. Immer wieder versuche ich, meine Sorgen abzugeben. Dabei merke ich auch, dass ich sie in Gottes Gegenwart verarbeiten darf. Ich bitte ihn, mir die Last abzunehmen und mir seinen Frieden zu schenken.

Das ist nicht immer einfach. Es ist ein Weg, den wir gehen müssen – aber ein guter Weg, der uns weiterführt. Ich habe immer wieder erlebt: Auch wenn sich die äußere Situation nicht verändert, geschieht doch etwas in mir. Ich finde Frieden, neue Kraft und kann handeln – nicht von Sorgen getrieben, sondern von Hoffnung getragen. Von der Hoffnung, dass Gott aus unseren Sorgen etwas Neues machen kann.

Diese Erfahrung mit Gott wünsche ich jedem von Ihnen: den Mut, alles mit ihm zu besprechen, alles in seine Hände zu legen und zu erfahren, wie er uns dadurch seinen Frieden schenkt.

Mit herzlichen Grüßen
Edwin Dedekind

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