Oberbürgermeister absolviert Antrittsbesuch

Vor der Koblenzer Superintendentur (1. Reihe von links): Superintendent Rolf Stahl, Helga Siemens-Weibring, Oberbürgermeister David Langner, Iris Pfisterer-Dahlem und Pfarrer Albrecht Bähr.

Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenkreis präsentiert facettenreiche Beratungsdienste

Koblenz. David Langner, neuer Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, hat sich am Mittwoch (5. September) über die vielfältigen Facetten der Beratungsdienste und Angebote des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis Koblenz informiert. Sein Antrittsbesuch bot Gelegenheit an Themen anzuknüpfen, mit denen er bereits als Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie von 2013 bis 2018 befasst war.

Ob Flüchtlingsarbeit oder Schuldnerberatung – Superintendent Rolf Stahl betonte eingangs, die „Gotteskindschaft aller“ sei „eine theologisch anthropologische Aussage, die unumwerflich ist.“ Diese Perspektive gelte gleichermaßen für zu beratende Personen, für qualifizierte Fachkräfte und ehrenamtlich diakonisch Tätige. Und weiter: „Wir verstehen uns auch als Kirchenkreis als Gemeinschaft aller diakonisch Tätigen und unterwegs seienden Initiativen und Rechtsformen“ wie zum Beispiel Stiftungen, Vereine oder Kindertagesstätten.

Iris Pfisterer-Dahlem, Leiterin des Diakonischen Werkes Koblenz, präsentierte eine diakonische Landkarte. Schwerpunkt seien die Dienste im Stadtgebiet Koblenz wie eine große Schuldnerberatungsstelle, die Beratungsstelle für Erziehungs-, Partnerschafts- und Lebensfragen und die Interkulturellen Dienste in der Mainzer Straße. Seit 2014 gibt es den Diakoniepunkt Bodelschwingh in Lützel mit dem Kinderkaufhaus+ für sehr gut erhaltene Kinderbekleidung und Spielzeug zu Preisen, die deutlich unter denen von Secondhand-Läden liegen. In dem für alle Menschen offenen Geschäft arbeiten 19 ehrenamtliche Kräfte. Pfisterer-Dahlem sagt: „Das Kinderkaufhaus+ ist die Tür zu unserer Beratung.“ Im gleichen Gebäude befinden sich auch der Betreuungsverein Koblenz e.V., die Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung, die Mutter/Vater-Kind-Kurberatung und ebenfalls Angebote der Interkulturellen Dienste.

Hinzu kommen sexualpädagogische Angebote in Grundschulen. Gemeinsam mit der Caritas tragen Ehrenamtliche der Diakonie die Koblenzer Bahnhofsmission. In diesem Bereich und bei anderen ehrenamtlichen Leitungsfunktionen zeichne sich gegenwärtig ein Generationenwechsel ab. Neue Kräfte seien „nur schwer zu finden“, merkt Superintendent Stahl an und hofft auf die gelingende Kooperation mit der Stadt.

Das Diakonische Werk Koblenz bietet seine Dienste an insgesamt acht Standorten im nördlichen Rheinland-Pfalz an. Zwischen Oberwinter im Norden sowie Oberdiebach und Manubach im Süden gibt es 40 Arbeitsplätze in Voll-und Teilzeit, fünf Honorarplätze und über 100 ehrenamtliche Kräfte. Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Fachbereiche nutzten die Begegnung mit dem Oberbürgermeister, um ihre Tätigkeitsfelder zu skizzieren.

Am Gespräch mit David Langner in der Koblenzer Superintendentur nahm auch Pfarrer Albrecht Bähr, Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz, teil. Er merkte “ganz vorsichtig“ an, „die Refinanzierung der Beratungsstellen lässt manchmal zu wünschen übrig.“ Dankbar sei er für die Unterstützung der Kommunen in vielen Bereichen. Themen wie die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung, Sucht- und Erziehungsberatung sowie Altersarmut seien dauerhaft auf der Tagesordnung des Diakonie-Spitzenverbandes bei der Landesregierung in Mainz. Gleichermaßen betroffen vom Problem der befristeten Arbeitsverträge in der Flüchtlingsarbeit seien Kommunen, Kirchen und das Land. Hier sieht Bähr die Ursache für den Fachkräftemangel in diesem Bereich. Aktuell beschäftige ihn nahezu täglich das Kita-Zukunftsgesetz und das sogenannte Kirchenasyl. „Wir haben hier auch demokratische Verantwortung“, bekräftigte er mit Blick auf das letztgenannte, politisch umstrittene Thema.

Außerdem angereist war Helga Siemens-Weibring, seit 2017 Beauftragte für Sozialpolitik beim Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. am Standort Düsseldorf und Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Es sei gut zu wissen, „dass ein Oberbürgermeister Sozialpartnerschaft und Subsidiarität nicht nur dem Namen nach kennt, sondern auch weiß, worum es sich handelt. Es ist wichtig für das Diakonische Werk zu wissen, dass man als Partner ernst genommen wird.“

Das Diakonische Werk Koblenz im Internet: www.diakonie-koblenz.de

Pressemitteilung: Pastorin Katrin Püschel. Foto: Uschi Christmann.

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