Integrationsförderung von Frauen geht weiter

Bei der Spendenübergabe in der Pfaffendorfer Kirche trafen zusammen (v.l.): Stefanie Coopmeiners (SKF), Maja Kelly (Diakonisches Werk), Dietmar Porschke-Greve (Vorsitzender des Presbyteriums), Ursula von Zingler (Wohnzimmerteam), Jutta Lehnert (Nähprojekt), Anja Ehrhardt und Felicitas Flöthner (Kath. Familienbildungsstätte), Wolfgang von Zingler, Heike Struth (Wohnzimmerteam) und Pfarrer Peter Stursberg.

Spendengelder aus dem Pfaffendorfer „Wohnzimmerprojekt“ werden weitergeleitet

Koblenz. Im Mai 2018 endete das zweijährige Integrationsprojekt „Wohnzimmer der Nationen“, mit dem die Evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf die sprachliche und soziale Integration von Frauen mit Migrationshintergrund erfolgreich fördern konnte. Das Projekt war im Netzwerk „Willkommenskultur Rechte Rheinseite“ (WiRR) verankert und wurde von vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unermüdlich mitgetragen.

Das Projekt wurde vollständig aus Spendenmitteln finanziert, die jedoch am Ende nicht gänzlich verbraucht waren. Die restlichen Finanzmittel - jeweils 1.210,- Euro - hat das Presbyterium der Kirchengemeinde nun drei Projekten zur Verfügung gestellt, die schwerpunktmäßig mit Frauen und Familien mit Migrationserfahrung arbeiten.

Das Projekt „SALAM – von Frauen für Frauen“ des Diakonischen Werkes Koblenz unterstützt die Selbstständigkeit von Frauen mit Migrationserfahrung. Damit reagiert man auf den wachsenden Bedarf nach Kontakt, Austausch und „Verstehen“ der Welt, in der die Frauen angekommen sind. Zum Konzept gehört die selbstverantwortliche Beteiligung („Empowerment“) der angesprochenen Frauen an Planung und Leitung der offenen Gruppentreffen. Im geschützten Rahmen informierten Referentinnen bislang u. a. über Beratungsdienste in Koblenz, Geburtshilfe, Schule, Kindergarten, Sexualprävention, Schwangeren- und Erziehungsberatung. Durch die lockere Atmosphäre, die Mehrsprachigkeit und das niederschwellige Angebot wurden die Zugangsbarrieren zu anderen sozialen Diensten abgebaut, so dass diese von den Frauen besser genutzt werden können.

Die Katholische Familienbildungsstätte gibt Frauen und Familien, die durch ihre Fluchterfahrung geprägt sind, Gelegenheit, auch ein Stück Normalität in ihrer neuen Lebensumwelt zu erfahren. Unter der Überschrift „Familie aktiv im Nahraum“ werden Ausflüge in die Region angeboten, die ihnen schöne Möglichkeiten der Freizeitgestaltung oder Kooperationspartner näherbringen, die sie dann in Eigeninitiative nutzen oder bei Unterstützungsbedarf besuchen können. Zweimal im Monat gibt es eine „Kochgruppe“, in der der Umgang mit einheimischem Gemüse, Hygienehinweise oder auch sinnvolle Nutzung des Wassers beim Spülen vermittelt werden. Für Kinder gibt es ein Betreuungsangebot in den Schulferien, damit ihre Eltern auch in dieser Zeit einen Sprachkurs besuchen können. Und auch die Kursgebührenübernahme von Teilnehmenden, denen Finanzmittel fehlen, werden durch die Spende finanziert.

Im Portfolio der Arbeit, die der Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) leistet, haben auch Gewalt- und Opferschutz (Frauenhaus, Beratungsladen, Interventionsstelle und Psychosoziale Prozessbegleitung) sowie Schwangerschaftsberatung ihren anerkannten Platz. Damit auch mit Migrantinnen zeitnah, gezielt und professionell gearbeitet werden kann, ist man seit 2015 auf die Unterstützung durch Kultur- und Sprachmittlerinnen angewiesen. Sie übernehmen z. B. Übersetzungstätigkeiten, begleiten bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Rechtsberatungen und vermitteln allgemeine Informationen rund um Geburt, Schwangerschaft und Verhütung. Häufig entstehen den ehrenamtlich tätigen Kultur- und Sprachmittlerinnen Kosten (z.B. Fahrtkosten etc.), die sie angesichts der Häufigkeit, mit der ihre Dienste in Anspruch genommen werden, selbst nicht tragen können. Aus Spendenmitteln wird zur Kostendeckung eine Aufwandspauschale finanziert.

Über diese drei Projekte hinaus konnten weitere 900,- Euro an das Dekanat Koblenz überwiesen werden, mit der die Anschaffung einer Overlock-Nähmaschine für das integrative Frauenprojekt „Die Welt zusammennähen“ unter Leitung von Pastoralreferentin Jutta Lehnert finanziert wurde.

Text und Foto: Peter Stursberg.

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