Helfen, das Unfassbare auszuhalten und präsent sein

Von links: Tanja Vogt, Ursula Ritt, Superintendent Markus Risch, Gabi Kuder, Diakoniepfarrerin Edeltraud Lenz, Justina Koßmehl, Pfarrer Christian Adams und Marie Mohr.
Von links: Tanja Vogt, Ursula Ritt, Superintendent Markus Risch, Gabi Kuder, Diakoniepfarrerin Edeltraud Lenz, Justina Koßmehl, Pfarrer Christian Adams und Marie Mohr.

Fünf neue Notfallseelsorgerinnen in Emmelshausen für ehrenamtlichen Dienst beauftragt

Emmelshausen. In einem ökumenischen Gottesdienst wurden in der evangelischen Kirche in Emmelshausen fünf neue Notfallseelsorgerinnen für ihren ehrenamtlichen Dienst beauftragt und eingeführt. Sie werden künftig im Rhein-Hunsrück-Kreis im Einsatz sein. Neu beauftragt für den Dienst in der Notfallseelsorge wurden: Tanja Vogt aus Buchholz, Ursula Ritt aus Norath, Gabi Kuder aus Leiningen, Justina Koßmehl aus Boppard und Marie Fuhr aus Reich.

„Sie werden Menschen zur Seite stehen, wo Not ist, wo Unglücke geschehen, wo Menschen allein sind“, betonte Pfarrer Christian Adams von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Vorderhunsrück beim Gottesdienst. Und er fügte hinzu: „In solchen Situationen brauchen die Menschen Hilfe, die frohe Botschaft und auch Unterstützung. Dafür steht die Notfallseelsorge.“

Wenn Unfassbares geschehe, würden Menschen sich Fragen stellen. „Notfallseelsorger werden mit dieser Frage nach dem Unfassbaren, dem Unerklärlichen immer wieder konfrontiert“, so Pfarrer Markus Risch, der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach. Damit umzugehen, sei nicht einfach. Aber: „Die Notfallseelsorge ist präsent, sie ist da. Das Unfassbare, es ist nicht erklärbar, aber die Notfallseelsorger helfen, das Unfassbare, die ungeklärten Fragen auszuhalten.“

Der Superintendent verwies in seiner Predigt auf den Apostel Paulus. Auch dieser hätte Fragen gehabt, auch er hätte sich dem Unerklärlichen gestellt. „Doch am Ende stand dann der Lobpreis Gottes. Es ist die Erkenntnis darin, dass wir nur Menschen sind und eben nicht alles verstehen. Dass Gott dem Ganzen aber vielleicht doch einen Sinn gegeben hat“, so Markus Risch. Und dies mache eins deutlich: „Nichts kann durch weltliche Ereignisse oder auch durch uns selbst von Gott getrennt werden. Nichts!“

Dies mache Trost, der auch für den Dienst der Notfallseelsorge wichtig sei. „Zum einen, dass auch ein Apostel immer noch Fragen hat und hadert, so wie wir in unerwarteten Ereignissen. Und, dass er sich bei all seinen Fragen geborgen und aufgehoben weiß“, so der Superintendent. Und er gab den neuen Notfallseelsorgerinnen mit auf den Weg: „Wir können nicht alles klären und wir müssen das auch nicht. Aber die unendliche Liebe Gottes, die trägt uns mit unseren Fragen und unserer Ratlosigkeit. Wir können uns einschmiegen in dieses unendliche Kraftfeld der Liebe, welches uns Gott eröffnet hat. Das kann trösten. Das kann uns zeigen, wir sind niemals alleine.“

Der Gottesdienst zur Beauftragung der neuen fünf Notfallseelsorgerinnen, er war ein Ausdruck der ökumenischen Gemeinschaft in diesem Dienst. „Hier sind wir gemeinsam unterwegs, um Menschen in Not zu helfen“, freute sich Pfarrer Christian Adams. Und es war auch eine Premiere. Denn erstmals wurden hier Notfallseelsorgerinnen aus den beiden Rufbereitschaften des Rhein-Hunsrück-Kreises, aus dem Bereich Hunsrück-Mosel und dem Bereich Mittelrhein, gemeinsam für ihren Dienst beauftragt. „Und auch dies ist ein wichtiges Zeichen“, so Superintendent Markus Risch.

Autor und Foto:Dieter Junker.

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