Flut, Corona, Verwaltungsstruktur…

Evangelische Kreissynode Koblenz hat öffentlich im Livestream getagt

Bereits zum zweiten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Kreissynode Koblenz am Samstag (6. November) via Online-Konferenz getagt. 102 stimmberechtigte Mitglieder aus den 24 Kirchengemeinden im nördlichen Rheinland-Pfalz haben teilgenommen. Gleichzeitig konnten immerhin 35 interessierte Personen erstmals mittels Livestreaming teilnehmen.

Superintendent Rolf Stahl markierte in seinem Bericht zur ordentlichen Kreissynode wesentliche Ereignisse des zurückliegenden Jahres und wies auf zukünftige Herausforderungen hin: „‘Die Flut‘ ist für viele das Wort geworden, das das Hochwasser im Ahrtal und anderswo mit seinen Folgen umfassend beschreibt. Dazu gehört unsäglich und unsagbar viel auch für die Menschen im Bereich unserer Kirchengemeinden Adenau, Bad Neuenahr und Remagen-Sinzig. Aufmerksamkeit, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft erleben Betroffene als großes Geschenk. Das soll nicht aufhören. Viel war, ist und bleibt zu tun.

Unsere Landeskirche und die Diakonischen Werke realisieren weitere Hilfe, vernetzt mit vielen anderen. Zusätzliche diakonische und seelsorgliche Angebote werden längerfristig vor Ort erreichbar sein. Sie sollen auch die Ortsgemeinden entlasten.“

Der Superintendent zitierte außerdem beispielhaft aus dem Synodenbericht des Jugendreferats: „Das Berichtsjahr 2020/21 verlief wie in allen gesellschaftlichen Bereichen, völlig anders als wir es ansonsten gewohnt sind. Die Pandemie durch Covid-19 sorgte in allen Lebensbereichen für absolute Ausnahmesituationen.“ „Damit ist viel gesagt“, unterstrich Rolf Stahl: „Ein chronischer Ausnahmezustand. Wir haben unsere Wege gefunden, damit umzugehen, kreative, nervige, traurige, digitale und andere. Hoffentlich verlernen wir nicht, auch wieder neue Wege zu suchen, wenn wir die gefundenen endlich nicht mehr brauchen. Trotz aller unsicheren Prognosen bin ich sehr gespannt auf die Zeit, in der Corona aufhört, das zu sein, was es bisher war. Vieles wird sich dann verändert haben in der Welt, auch in der Kirche.“

Die Synode stimmte für die Entfristung des sogenannten „Koblenzer Modells“ über das Jahr 2022 hinaus. Dazu der Superintendent: „Unsere besondere mit dem Gemeinsamen Verwaltungsamt der Gemeinden beim Evangelischen Gemeindeverband Koblenz und der Verwaltung des Kirchenkreises Koblenz gibt uns so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Wir sind damit sehr zufrieden. Das belegen Voten aus dem Gemeindeverband und seinem Verwaltungsbeirat, der Presbyter-Kirchmeister-Runde, dem Pfarrkonvent, dem kreiskirchlichen Ausschuss für Finanzen und Verwaltung und dem Kreissynodalvorstand. Daher empfiehlt letzterer dieser Kreissynode, die Entfristung des „Koblenzer Modells“ über den 31.12.2022 hinaus zu beantragen.“

Als weitere Besonderheit erinnerte Rolf Stahl an die bundesweite Feier „1700 Jahre jüdisches Leben nördlich der Alpen“: „In Koblenz feierte die Jüdische Kultusgemeinde im September Sukkot XXL. Anders als vorgesehen, stand dafür die Laubhütte nicht auf dem Gelände der geplanten neuen Synagoge, sondern angeschmiegt an den bisherigen Gemeindesaal im Rauental. Eine herzliche Gastfreundschaft ermöglichte eine Woche lang besondere Begegnungen und lehrreiche Veranstaltungen. Vielleicht wird in absehbarer Zukunft doch auch eine Laubhütte zu Sukkot in der Weißer Gasse aufgestellt. Die Kultusgemeinde wartet schon lange auf den ersten Spatenstich zum Neubau ihrer Synagoge an diesem Platz. Es wird Zeit, dass sich die Knoten in den Förderzusagen von Bund, Land und Stadt endlich lösen. Der Förderverein Neue Synagoge für Koblenz e.V. gibt die Hoffnung nicht auf.“

Weitere Themen…

Aufgrund der Flutkatastrophe im Ahrtal wurde die für 2023 geplante Landesgartenschau in Bad Neuenahr abgesagt. Pfarrer Bernd Bazin hat seinen bisherigen stellenungebundenen Auftrag für die ökumenische Arbeit auf der LaGa beendet und unmittelbar danach mit der Koordination seelsorglicher Angebote der Landeskirche im Ahrtal begonnen.

Pfarrer Thorsten Hertel aus der Evangelischen Kirchengemeinde Mayen und Adenau wird am ersten Advent und Pfarrer Joachim Dübbelde aus der Evangelischen Kirchengemeinde Emmelshausen-Pfalzfeld Ende Januar in den Ruhestand verabschiedet.

Die nächste Kreissynode tagt am 4. und 5. November 2022 im Haus Horchheimer Höhe in Koblenz.

Autorin: Katrin Püschel. Foto: Florian Christof.

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